Süchte sind schwer zu überwinden. Die folgende Übersicht zeigt eine Sammlung von Erfahrungswerten, die in zwei Gruppen eingeteilt wurden: Was hindert? Was hilft?
Die folgenden Punkte sind Erfahrungswerte und müssen nicht bei jedem relevant sein. Sie basieren überwiegend auf einer Zusammenfassung der Seite https://alcoholrehab.com/drug-addiction/treatment/reasons-people-fail-to-overcome-addiction/
10 mögliche Gründe, warum das Entkommen aus einer Sucht schwer sein kann
- Motivationsmangel: Wenn die Bereitschaft zur Veränderung zu spät kommt, kann die Motivation fehlen. Die Verleugnung (Verdrängen), charakteristisch für Sucht, kann die Umsetzung weiter behindern.
- Hoffnungslosigkeit / Angst vor Enttäuschungen: Manche glauben, dass es kein Entkommen gibt und jeglicher Versuch in Enttäuschungen enden wird. Obgleich der Ausstieg schwer und in der Regel mit Rückschlägen verbunden ist, hindert diese Vorstellung Betroffene daran überhaupt, mit dem Entzug zu beginnen.
- Ambivalenz gegenüber Abstinenz: Personen können die positiven Auswirkungen des Aufhörens erkennen, aber dennoch die Vorstellung aufrechterhalten, dass Drogenkonsum positiv für sie sei. Sie sind sind nicht bereit, ganz aufzuhören.
- Mangelnde Unterstützung: Ohne externe Unterstützung (z. B. zur Förderung der Motivation und des Durchhaltevermögens) fällt es einigen schwer, der Sucht zu entkommen.
- Einfluss des sozialen Umfelds: Die Anwesenheit konsumierender Freunde kann Entzugsversuche entmutigen und den Druck des Gruppenzwangs verstärken.
- Geringes Selbstwertgefühl: Ein negatives Selbstbild kann dazu führen, dass jemand glaubt, er verdiene das Elend der Sucht.
- Angst vor Veränderung: Die Angst vor Veränderung kann dazu führen, dass jemand eine miserable Situation akzeptiert, selbst wenn er ihre Schädlichkeit erkennt. (Es könne ja sonst noch schlimmer kommen.)
- Externe Verantwortung: Die Erwartung, dass andere das Problem lösen, anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen, kann zum Scheitern führen.
- Unrealistische Erwartungen: Enttäuschung kann entstehen, wenn das Leben nach der Sucht nicht automatisch einfacher wird, da Nüchternheit nur der erste Schritt ist.
- Angst vor Entzugserscheinungen: Die Angst vor den Beschwerden des Entzugs kann die Fortsetzung des Konsums rechtfertigen. Die tatsächlichen Beschwerden werden oft übertrieben.
10 wichtige Punkte, die helfen können, eine Sucht zu überwinden
- Entschlossenheit zur Genesung und zur Priorität machen: Die Bereitschaft, alles für die Nüchternheit zu tun, ist entscheidend für den Erfolg.
- Klare Entscheidung gegen Rückfall: Es ist wichtig, die Illusion aufzugeben, jemals sicher wieder Alkohol oder Drogen konsumieren zu können, da eine ambivalente Einstellung zum Scheitern führen kann.
- Umgang mit Rückschlägen: Rückfälle sind wahrscheinlich und kein Zeichen dafür, ein Versager zu sein. Halte dich bei Alkohol an SSS: Stop drinking – Seek support – Stay sober. Auf Deutsch: Höre sofort auf zu trinken (Alkohol stehen lassen, weggehen), suche Unterstützung und bleib nüchtern. Nutze dein Wissen und deine Fähigkeiten zur Überwindung der Sucht, die du gelernt hast. Ein Rückfall muss den Fortschritt nicht ruinieren. Bei anderen Süchten sollte man sich ähnlich verhalten.
- Sofortiges Handeln: Sobald die Entscheidung getroffen ist, mit der Sucht aufzuhören, sollte sofort gehandelt werden. Ein Aufschieben ist gefährlich, da die Bereitschaft möglicherweise nicht dauerhaft ist.
- Kontinuierlicher Prozess: Die Genesung ist ein fortlaufender Prozess, der kontinuierliche Anstrengungen erfordert, und kein einmaliges Ereignis.
- Einfluss des Umfelds: Es ist wichtig, sich von negativen Einflüssen zu distanzieren und sich mit positiven, unterstützenden Personen zu umgeben. Der Kontakt zu suchtkranken Freunden sollte eingeschränkt werden, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren.
- Überwindung von Entzugserscheinungen: Entzugssymptome sind vergleichsweise mild und die Überwindung dieser kurzen Unannehmlichkeiten lohnt sich für die langfristigen Vorteile der Nüchternheit.
- Eigenverantwortung für die Genesung: Die Person sollte die Verantwortung für ihre Genesung übernehmen und alle verfügbaren Ressourcen nutzen.
- Offenheit und Demut: Eine aufgeschlossene Einstellung zur Genesung zahlt sich in der Regel aus. Diejenigen, die verschlossen und stolz sind, lehnen Rat und Wissen anderer ab. Sie werden oft nicht in der Lage sein, die Fähigkeiten zu erlernen, um ein erfolgreiches Leben außerhalb der Sucht aufzubauen.
- Reha-Kliniken als Unterstützung: Eine Rehabilitationsmaßnahme kann die Erfolgschancen verbessern, indem sie den schwierigen Anfangsphasen der Genesung hilft und eine stabile Basis für ein nüchternes Leben schafft.
Es gibt vermutlich auch viele andere Gründe, die es schwer machen, einer Sucht zu entkommen. Das soziale Umfeld spielt eine große Rolle. Wenn man ohnehin wenig Freunde und Kontakte hat, fällt es schwer, auf solche zu verzichten, die einem im Kampf gegen die Sucht im Wege stehen. Die drohende Einsamkeit ist dann sehr belastend. Umgekehrt können gute Freunde und Angehörige eine wichtige Rolle spielen, motivieren und ermutigen.

